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Geschichte

Jigoro Kano
Jigoro Kano
Der Ursprung des Judo liegt in den alten japanischen Kriegskünsten, bekannt unter dem Namen Jiu-Jitsu. Damals enthielt es Schlag- und Tritttechniken, Würfe, Arm- und Beinhebel, Festhaltetechniken, Nervengriffe sowie Stichtechniken mit Messern und Schwertern.

Es entwickelten sich die unterschiedlichsten Stile dieser Kampfkunst. Ein Japaner namens Jigoro Kano, der an verschiedenen Kampfschulen Unterricht nahm, kam zur Ansicht, dass Jiu-Jitsu zwar effektive Techniken beinhalte, doch schon aufgrund der hohen Verletzungsgefahr als Sport ungeeignet sei. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte er das moderne Judo, indem er die alten Kriegskünste von brutalen und gefährlichen Elementen befreite. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen. Die verbleibenden Techniken ermöglichten nun einen sportlichen Zweikampf, ohne dass größere Verletzungen zu befürchten waren. Diesen neuen Sport nannte er "Judo".

Das Wort „Judo“ heißt wörtlich übersetzt „Der sanfte Weg“. „Ju“ steht für Sanftheit oder Nachgeben und „Do“ für Weg oder Prinzip.

Jigoro Kano gründete 1882 eine eigene Schule, den "Kodokan" ("Ort zum Studium des Weges", heute in Tokio), an der er seinen neuen Sport lehrte. Auch heute noch ist der Kodokan das "Mekka" des Judo.

Judo setzte sich allerdings erst in Japan durch, als die Schüler Kanos im Jahre 1886 einen Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu-Jitsu-Schule "Ryoi-Shintoryu" für sich entscheiden konnten. In 30 Kämpfen siegten sie 28-mal. Die anderen beiden Kämpfe gingen unentschieden aus. Aufgrund dieses großen Erfolges verbreitete sich Judo in Japan rasch und wurde bald bei der Polizei und der Armee eingeführt.

Jigoro Kano waren jedoch nicht nur die Techniken wichtig, sondern er legte ebenso großen Wert auf die Prinzipien, die Judo seiner Meinung nach vermitteln soll: Bester Einsatz von Geist und Körper, Gegenseitige Hilfe zum beiderseitigen Wohlergehen wie auch Siegen durch Nachgeben.

1906 kam Judo zum ersten Mal nach Deutschland. Japanische Gäste führten dem deutschen Kaiser bei einem Freundschaftsbesuch in Kiel ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II. war begeistert, und er ließ seine Kadetten in der neuen Kunst unterrichten. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war der Berliner Erich Rahn. Noch im gleichen Jahr gründete er die erste Schule für asiatische Kampfkünste in Deutschland. Es dauerte jedoch noch recht lange, bis die Sportler, in den eigentümlichen weißen Kitteln, endgültig anerkannt wurden.

1934 wurden die ersten Europameisterschaften in Dresden ausgerichtet. Bei den Olympischen Spielen in Tokio, 1964, war erstmals Judo als olympischer Sport zu sehen. Heute wird Judo in über 150 Ländern, sowohl von Frauen, als auch von Männern ausgeübt.


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