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Sogar fortgeschrittene Schüler haben meist Schwierigkeiten, darauf eine direkte Antwort zu geben. Darüber hinaus sind Menschen, die Aikido-Techniken das erste Mal sehen, verblüfft oder skeptisch und melden viele Zweifel und Fragen an. Diese Menschen lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. Die erste Gruppe besteht aus denjenigen, die sich Aikido mit einer gewissen vorgefassten Meinung über die Kampfkünste ansehen, die sie sich durch hören und lesen angeeignet haben. Nachdem sie Aikido-Vorführungen erlebt haben, sind sie enttäuscht, weil sie erwarten hatten, eine Demonstration von nackter Gewalt, Kampf, Gewalttätigkeit oder gar tödliche Techniken zu sehen. In der zweiten Gruppe sind die zu finden, die schon gewisse Erfahrungen mit modernisierten, wettbewerbsorientierten Kampfkünsten gemacht haben. Diese kritisieren, dass Aikido ohne Wettbewerb und Turniere betrieben wird und es somit weitgehend unmöglich ist herauszubekommen, wer der Stärkere ist. Diese Einschätzungen zeugen von mangelndem Wissen über das Grundprinzip des Aikido sowie mangelndes Verstehen des Hauptmerkmals der Kampfkünste, nämlich das Trainieren des Geistes. Derjenige der keine Selbstdisziplin besitzt, sein physisches Können zur Schau stellen möchte und Aikido ausschließlich wegen seiner Kampftechniken zu lernen versucht, ist fehl am Platz. Nur wer mit einer gewissen Geduld und bewusst übt, wird die einmalige Bedeutsamkeit des Aikido erkennen. Wie die meisten Aikidoka wird der Einsteiger zunächst überrascht sein. Im Gegensatz zum „sanften“ Erscheinungsbild das Aikido beim Betrachten, kann es mit seinen starken Handgelenktechniken und direkten Schlägen (atemi) in Wirklichkeit „hart“, kraftvoll und dynamisch sein. Entgegen der allgemeinen Meinung besitzt Aikido einige verheerende Techniken, vor allem jene, die auf die Entwaffnung und Überwältigung des Gegners abzielen. Schon auf der Ebene des Anfängers ist mit Erstaunen festzustellen, wie kompliziert und schwierig es ist, die Grundtechniken und -bewegungen, wie z. B. das Fallen (ukemi), den korrekten Abstand (ma-ai), das Eintreten (irimi) und andere Körperbewegungen (tai-sabaki) auszuführen. Im Grunde genommen muss sich der gesamte Körper, nicht nur Arme und Beine, kontinuierlich gleichmäßig und koordiniert bewegen, und diese Bewegung muss sich mit Schnelligkeit, Energie und Kraft vollziehen. Dazu bedarf es eines außergewöhnlich hohen Maßes an geistiger Konzentration und Beweglichkeit, an Gleichgewichtssinn und Reaktionsvermögen. Schließlich als fortgeschrittener Schüler, wird der Aikidoka über die endlose Zahl der Techniken und deren Variationen und Anwendungsmöglichkeiten staunen, die alle durch Plausibilität und Zweckmäßigkeit gekennzeichnet sind. |