Schrift-Logo


Kontakt   |   Standorte   |   Impressum   |   Suche:  
Suchen   |   drucken Seite drucken   empfehlen Seite weiter empfehlen

Verein

PfeilAikido
PfeilBaseball
PfeilBoxen
PfeilFußball
PfeilJudo
PfeilKegeln
PfeilKraftsport / Fitness
PfeilLeichtathletik
PfeilRadsport
PfeilReha-/Behinderten
PfeilRhönrad
PfeilRingen
PfeilRollstuhlsport
PfeilSchwimmen
PfeilStockschützen
PfeilTanzsport
PfeilTennis
PfeilTischtennis
PfeilTurnen
PfeilVolleyball
PfeilWintersport
Vorstand
Ältestenrat
Ehrenmitglieder
Geschäftsstelle
Mitgliedschaft/Beitrag
Vereinssatzung
ASV für Kinder
Vereinsgeschichte
Pfeil Der Fohlenhof
Pfeil Markante Daten
Interessante Links
Archiv
Bilder vom Sportzentrum
Kontakt
-
Sportgaststätte
-
Kegelbahn
-
Newsletter
Seitenanfang nach oben

Der Fohlenhof

Der Name Fohlenhof erinnert heute noch an die Remontenanstalt, in der von 1894 bis 1922 Pferde für das Militär gezüchtet wurden. Als nach dem Ersten Weltkrieg die Reichswehr aufgrund der Bestimmungen des Versailler Friedensvertrags drastisch reduzieren musste, wurde auch diese – nach dem Abzug der Chevauleger- Eskadron 1909 – letzte militärische Einrichtung in der Stadt Neumarkt geschlossen. Die amerikanische Firma Eberhard Faber hatte Interesse, das Gelände und die Gebäude zur Errichtung einer Bleistiftfabrik zu erwerben. Das Vorhaben scheiterte zunächst am Widerstand der Ministerien in Berlin und München, die eine „Überfremdung“ durch ausländisches Kapital befürchteten. Auch die Nürnberger Bleistiftindustrie zeigte sich über die mögliche Konkurrenz besorgt. Bürgermeister Georg Weidner schritt zu einem geschickten Schachzug: Er erwarb 1922 mit von Herrn Faber zur Verfügung gestellten 28.000 US-Dollar die Remontenanstalt vom Bayerischen Staat und verkaufte sie dann mit Gewinn an die neugegründete Bleistiftfabrik Barensfeld & Co., die als deutsche Firma im Handelsregister eingetragen wurde. Das 2,267 ha große Gelände des später so genannten Sportplatzes Fohlenhof zwischen der Pelchenhofener Straße und dem Leitgraben schenkte die Firma 1922 der Stadt Neumarkt. Bereits in den 20er und 30er Jahren wurde der Fohlenhof von der Freien Turnerschaft und der DJK genutzt. In der schweren Inflationszeit konnte der Stadtrat lediglich etwas Draht und zwei Kubikmeter Holz für den Ausbau des Platzes zur Verfügung stellen. Ein Vierteljahrhundert blieb es daher bei einer Umkleidekabine, einem Wasserleitungsrohr und einer provisorischen Toilette.
Das Spielfeld Fohlenhof mit Blick auf Wolfstein
Das Spielfeld Fohlenhof mit Blick auf Wolfstein

Nach dem Zweiten Weltkrieg schenkte Oberbürgermeister Theo Betz als Fusions-Jubiläumsgabe den Platz im Dezember 1950 dem frisch aus der Taufe gehobenen ASV 1860 Neumarkt. Damit hatte der neue Verein Fohlenhof, Tummelplatz und den Platz am Turnerheim zur sportlichen Betätigung. Schritt für Schritt baute der Verein das Gelände am Fohlenhof aus. Zunächst wurde eine Holzbaracke ausgebaut.
In seiner letzten Sitzung vor dem Weihnachtsfest 1952 erteilte der Neumarkter Stadtrat die Schenkungsgenehmigung für den Fohlenhof an den ASV. Der Vorgang konnte nun verbrieft werden. Am Samstag, den 20. Juni 1953, wurde der Fohlenhofsportplatz offiziell in einer Feier dem ASV übergeben. Neben Ehrungen der 1. Mannschaft der Fußballabteilung, der Reservemannschaft, der 1. Jugend- und der 1. Schülermannschaft wurde die Kreismeisterin im Speerwerfen, Hildegard Schuster, geehrt. Turnvorführungen, Gymnastik, Tänze und Rhönradfahren bildeten das sportliche Rahmenprogramm des Abends, das mit dem Abbrennen eines Sonnwendfeuers auf dem Platz seinen Ausklang fand.

Die Fohlenhof-Baracke bei einem so genannten “Prominentenfußballspiel”:
v.l.n.r. Hans Keiml (1), Dr. Otto Schedl (2, Staatsminister), Simon Marx (3, Arbeitsamtsdirektor), Theo Betz (4, Oberbürgermeister),
Georg Kräck (6, Stadtbaumeister), Georg Behringer (5, 1. Vorstand des ASV), Dr. Walter Oschmann (7, Arzt), Lothar Träger (8, Berufsschuldirektor),
Birkicht (9, Textilkaufmann), Loni Rauscher (10, Bankdirektor), Karl Schmidt (11, Gewerkschaftsdirektor)
In den folgenden Jahren wurde die provisorische Baracke zu einem Sportheim ausgebaut. Neu hinzugekommen war der Gastwirtschaftsteil mit Saal. Dort fand auch die Wohnung des Heimwarts und Wirts Müller seinen Platz. Eine Unterkellerung ermöglichte den Einbau einer Heißluft-Umwälzheizung. Der zweite Trakt beherbergte drei Umkleideräume, Duschräume und Toiletten. Bei der Ausführung der Pläne des Architekten Roß engagierte sich besonders Zimmerermeister Hans Mösl. Das neugestaltete Sportheim wurde bis Ende 1958 weitgehend fertiggestellt und erhielt am 20. Dezember bei einer feierlichen Stunde durch Oberbürgermeister Theo Betz den Namen „Georg-Behringer-Sportheim“. Damit würdigte man die Leistungen des Sengenthaler Zementwerkbesitzers und 1. Vorsitzenden des ASV.
Das Georg-Behringer-Sportheim
Das Georg-Behringer-Sportheim

Als mit dem Bau des neuen ASV-Sportzentrums der alte Sportplatz überflüssig wurde, half die Stadt Neumarkt dem Verein bei der Veräußerung des Geländes. Oberbürgermeister Theo Betz selbst führte die Verkaufsverhandlungen. Es kam zu einem Tauschgeschäft. Die Firma Eberhard Faber KG erhielt die circa 22.000 qm große Fläche des Sportplatzes und gab dafür der Stadt Neumarkt ein 30.000 qm großes Areal. Durch den Verkauf von Bauplätzen aus letzterem Gelände konnte die Stadt Neumarkt etwa 1,25 Millionen Mark erlösen, die dann für den Stadionbau des ASV an der äußeren Gießereistraße dienen sollten. Immerhin wurde auf dem Fohlenhof noch bis Anfang 1979 Fußball gespielt, danach wurden auf dem Gelände Wohnhäuser gebaut. 

Wie sehr der Fohlenhof den Neumarktern ans Herz gewachsen war, zeigt das folgende Gedicht, das ASV-Fan Julius Krafft im November 1974 zu Papier gebracht hat:

Abschied vom Fohlenhof

Ein Pfiff ertönt –
und alles ist vorbei.
Kein Jubel mehr
und kein Torgeschrei!

Die Fahnen werden eingerollt –
die Masten fallen.
Und die Pokale eingepackt:
Die Stunde schlägt jetzt allen.

Wir gehen noch einmal durch’s Lokal
wo wir zusammen waren –
zu später Stund’ so manches Mal
in all den vielen Jahren.

Für viele war der Fohlenhof
ein kleines Stück des Lebens,
ein bisschen Freud im Alltagsgrau –
ich wünsch’s zurück – vergebens!

Ein Blick hinaus fällt auf den Platz,
auf dem manch’ Sieg errungen,
und wo aus übervollem Herz
oft Jubel aufgeklungen.

Und wenn hier einstens Häuser stehn
und Euch die Kinder fragen:
„Wo hat der ASV gespielt?",
so könnt ihr ihnen sagen:

„Liegt es jetzt auch schon weit zurück,
es hat sie doch gegeben:
Die größte Zeit des ASV
durften wir hier erleben!"


ASV Geschäftsstelle - Deininger Weg 78 - 92318 Neumarkt/OPf. - Telefon: 09181 / 406900 (nur Mi/Fr, 17-19 Uhr)